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Eine Ernährungsberaterin erklärt der Patientin die Ernährungspyramide.

„Heilfasten ersetzt keine Ernährungsumstellung“

Das Thema Fasten liegt wieder voll im Trend – und das gilt nicht nur in religiöser Hinsicht. Denn der Verzicht ist laut Experten eine Wohltat für die Gesundheit, den Körper und den Geist. Stefanie Kautz, zertifizierte Ernährungsberaterin bei der savita weiß, worauf Neulinge achten müssen und gibt Tipps zum gesunden Verzicht.

So aktuell das Thema Fasten gerade ist – der Ursprung liegt viele Jahrzehnte zurück:

Otto Buchinger (1878-1966) prägte den Begriff des Heilfastens. Ihm war wichtig, dadurch das Leiden von bestimmten Erkrankungen zu mindern. Nachgewiesen ist das allerdings nur bei Rheuma. Das Fasten kann jedoch auch der Prävention von altersbedingten Erkrankungen dienen. Der temporäre Verzicht senkt den Blutdruck, den Cholesterinspiegel und den Nüchtern-Blutzuckerspiegel.

Heute hingegen entwickelt sich das Heilfasten bei gesunden Menschen zum Trend. „Ich kann aus ernährungstechnischer Sicht das Heilfasten ohne Indikation nicht empfehlen“, sagt Stefanie Kautz. „Das Heilfasten ersetzt keine Ernährungsumstellung. Durch eine kurzzeitige Maßnahme kann man keine langfristigen ‚Ernährungsfehler‘ ausgleichen.“ Die verlorenen Pfunde kämen ruckzuck wieder auf die Rippen. Eine dauerhafte Umstellung auf eine ausgewogene Ernährung sei erfolgsversprechender. Hierfür kann das Heilfasten jedoch ein guter Einstieg sein.  

Verschiedene Formen des Fastens

Die wohl bekanntesten Formen des Fastens sind das Langzeitfasten, das Intervallfasten und das Weglassen bestimmter Lebensmittel. Beim Langzeitfasten nimmt man für einen festgelegten Zeitraum keine feste Nahrung zu sich. Erlaubt sind nur Getränke wie Tee, Saft und Wasser sowie Brühe nach Plan. Empfohlen wird eine Dauer von 14 Tagen, maximal 28 Tagen. Das Intervallfasten erlaubt viele Möglichkeiten. Die gängigsten sind das 8/16-Fasten (8 Stunden essen, 16 Stunden fasten) und das 5/2-Fasten (5 Tage essen, 2 Tage fasten).

Viele Menschen verzichten während der Fastenzeit vor Ostern auf Alkohol oder Zucker. Gerade beim Zucker bemerken die meisten Personen schnell, wie abhängig sie davon sind. Nach einigen Tagen enden die Heißhunger-Attacken und die „Achterbahnfahrt des Blutzuckers“ hört auf. „Den schnellen Energienachschub holen wir uns gerne über Süßigkeiten. Das führt zu einem raschen Anstieg und Abfall des Blutzuckers und wir brauchen wieder Nachschub“, so die Ernährungsexpertin. Wer einmal aus diesem Teufelskreis raus sei, habe die beste Basis für eine langfristige Umstellung auf eine gesunde Ernährung.

Wer fasten möchte…

Wer fasten möchte, sollte folgende Tipps beachten: Trotz der verminderten Nahrungszufuhr ist ausreichend Bewegung wichtig, um die Muskulatur vor dem Abbau zu schützen. „Auf anstrengende sportliche Aktivitäten sollte man allerdings beim Langzeitfasten verzichten“, weiß die Ernährungsberaterin. „Der Stoffwechsel stellt sich um und der Körper beginnt statt Kohlenhydraten zur Energiegewinnung Fett zu verbrennen.“ Im Ergebnis nehme man zumindest kurzfristig ab. Mindestens zweieinhalb Liter solle man trinken, damit der Körper die überschüssige Säure ausleiten kann.

Ein gesunder Wiedereinstieg

Besonders wichtig ist nach dem Fasten ein sanfter Wiedereinstieg, sonst drohen ernsthafte gesundheitliche Folgen. Beim Fastenbrechen sollte man leichte und gesunde Kost wählen, dabei gut kauen, sich bewusst bewegen sowie viel und nur schluckweise trinken. Verzichten sollte man unbedingt auf das Rauchen oder andere Genussmittel sowie ungesunde Lebensmittel. Auch beim Befolgen dieser Tipps kann es erstmal zu Kreislaufbeschwerden, Müdigkeit und Verstopfungen kommen.

Nicht fasten sollten übrigens Kinder, Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen, Schwangere oder Stillende. Auch Menschen mit Essstörungen oder starkem Untergewicht sollten den Verzicht meiden. Über 65-Jährige und Personen mit regelmäßiger Medikamenteneinnahme sollten das Fasten nur unter ärztlicher Begleitung angehen.