(30.4.2026) Das Kiefergelenk ist ein kleines, aber hochkomplexes System – und kann weitreichende Beschwerden im ganzen Körper auslösen. Eine der häufigsten Störungen ist die sogenannte Cranio-Mandibuläre Dysfunktion, kurz CMD. Sie beschreibt eine Fehlfunktion im Zusammenspiel zwischen Schädel und Unterkiefer und tritt sowohl bei Erwachsenen als auch bei Jugendlichen auf.
Was ist CMD – und warum betrifft sie den ganzen Körper?
Typische Anzeichen sind Schmerzen im Kiefergelenk, Knacken oder Reiben beim Öffnen und Schließen des Mundes sowie eingeschränkte oder asymmetrische Bewegungen. Doch die Beschwerden bleiben selten lokal: Häufig kommen Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrgeräusche sowie Nacken- und Rückenbeschwerden hinzu.
Auslöser gibt es viele. CMD kann durch Fehlhaltungen, muskuläre Dysbalancen oder funktionelle Störungen in anderen Körperregionen entstehen. Ebenso können seelische Belastungen eine Rolle spielen: Stress führt häufig zu unbewusstem Zähneknirschen, insbesondere nachts. Über den Trigeminusnerv wird dabei die Kaumuskulatur aktiviert. Umgekehrt kann sich auch eine sogenannte Läsionskette entwickeln – Spannungen im Körper setzen sich bis zum Kiefer fort und machen sich dort bemerkbar.
In der zahnmedizinischen Diagnostik zeigen sich oft Abriebspuren an den Zähnen durch Knirschen. Funktionsanalysen des Kiefergelenks sowie individuell angepasste Aufbissschienen gehören zu den klassischen Behandlungsansätzen.
Osteopathie: Den Ursachen auf den Grund gehen
Die Osteopathie geht darüber hinaus. Sie betrachtet den Körper als funktionelle Einheit und sucht gezielt nach den Ursachen der Beschwerden. Dabei werden nicht nur das Kiefergelenk selbst, sondern auch Haltung, Wirbelsäule sowie das Muskel- und Fasziensystem untersucht. Ziel ist es, Zusammenhänge zu erkennen – etwa zwischen Kiefer, Nacken oder Becken – und Spannungsmuster im gesamten Körper zu lösen. Durch gezielte manuelle Techniken kann der Osteopath die Beweglichkeit verbessern, das Gewebe entlasten und die Selbstregulation des Körpers unterstützen.
Ziel der osteopathischen Behandlung
- Reduktion von myofaszialen Spannungen
- Verbesserung der Beweglichkeit des Kiefergelenks
- Korrektur von Fehlhaltungen
- Unterstützung der körpereigenen Regulation
Ziel der Behandlung ist es, den Körper wieder in ein funktionelles Gleichgewicht zu begleiten, spürbare Entlastung im Alltag zu ermöglichen und Patientinnen und Patienten auf ihrem Weg zu weniger Schmerzen, mehr Beweglichkeit und einem insgesamt besseren Körpergefühl zu unterstützen.
Osteopathische Behandlungen werden in den Therapie- und Trainingszentren (TTZ) der St. Augustinus Gruppe in Neuss und in Meerbusch angeboten.
Für Fragen oder zur Terminvereinbarung:
Meerbusch 02159 679 3500 oder ttz-meerbusch@ak-neuss.de
Neuss 02131 529 78466 oder ttz-neuss@ak-neuss.de
Weitere Informationen finden Sie hier.